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Call for Papers: Archive, Daten, Netzwerke. Methoden zur Erforschung historischer Produktionskulturen

Call for Papers

Archive, Daten, Netzwerke. Methoden zur Erforschung historischer Produktionskulturen

Workshop

Ausrichter: AG Medienindustrien der Gesellschaft für Medienwissenschaft, Institut für Theater- und Medienwissenschaft, Interdisziplinäres Medienwissenschaftliche Zentrum

Veranstaltungsort: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Bismarckstraße 1, 91054 Erlangen)

Datum: Fr. 10.07.2020/Sa. 11.07.2020

Die Rekonstruktion von Produktionskontexten hat innerhalb der deutschsprachigen Medienwissenschaft lange Zeit ein Schattendasein geführt. Dank der zunehmenden Prominenz der Production Studies, unter dem Eindruck zunehmender industrieller, ökonomischer wie kultureller Globalisierungsprozesse hat die Beschäftigung mit Produktionsprozessen und Produzent*innen aber auch dort an Relevanz gewonnen. Jedoch stellen sich insbesondere bezogen auf die Erforschung historischer Produktionskulturen zugleich methodische und methodologische Probleme ein, vor die verwandte (historisch operierende) Wissenschaftsdisziplinen sich schon länger gestellt sehen: Es geht dabei um Fragen der Rekonstruktionsoptionen vergangener Produktionen, um die prävalente Daten- Selektion in Archiven, Fragen der Quellenkritik, der Zirkularität von Kanones (als impliziter Voraussetzung der Archivierung) nicht minder wie um den per se prekären Status historischer Akteur*innen, Diskursformationen oder Sinnbildungsprozesse. Das Versprechen eines computergestützten distant reading löst sich im Hinblick auf derartige basale medienhistorische Problemhorizonte eben nicht ein, sondern erstere bedürfen nach wie vor systematischer wie epistemologischer Reflexionsprozesse. Es bleibt also zu fragen, inwieweit tradierte Instrumentarien der historiographischen Arbeit mit den neuen Werkzeugen des digitalen Zeitalters umstandslos zu assimilieren oder ob im Gegenteil strukturelle Inkompatibilitäten zwischen Methodik und Instrumenten zu berücksichtigen sind.

Der dezidiert interdisziplinär angelegte Workshop soll eine solche methodische Reflexionsarbeit anhand historischer case studies und der hierbei zutage getretenen Probleme und Lösungsansätze ermöglichen. Dabei können sowohl abgeschlossene wie auch laufende Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert werden. Mit der terminologischen Akzentuierung historischer Produktionskulturen soll neben der Ausrichtung auf Rekonstruktion historischer Vorgänge, zum einen, der Fokus auf die diachrone wie synchrone Pluralität medialer/künstlerischer Herstellungsprozesse sowie, zum anderen, auf deren Einbettung in größere (ökonomische, institutionelle, technologische, politische etc.) Kontexte gerichtet werden.

 

Wir freuen uns über Einreichungen (max. eine Din A4-Seite, Vortragslänge 15-20 Minuten, Vortragssprache Deutsch oder Englisch). Die Deadline ist verlängert auf den 01.05.2020. Einsendungen bitte zusammen mit einer kurzen Bio per Mail an untenstehende Kontakte.

Kontakt

Prof. Kay Kirchmann (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, kay.kirchmann[at]fau.de)

Dr. Sven Grampp (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, sven.grampp[at]fau.de)

Sophia Stiftinger (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, sophia.stiftinger[at]fau.de)